Die Dachverbände der Offenen Jugendarbeit aus dem deutschsprachigen Raum trafen sich diese Woche in Liechtenstein zum Abschluss eines zweijährigen Erasmus+-Projekts. Im Mittelpunkt stand ein neues Online-Toolkit, das die politische Interessenvertretung der Offenen Jugendarbeit nachhaltig stärken soll.
Auf Einladung der Offenen Jugendarbeit Liechtenstein trafen sich vom 2. Bis 4. November rund 35 Fachpersonen und Vorstandsmitglieder aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Südtirol im Jugendtreff Camäleon in Vaduz. Anlass war der Abschluss des Erasmus+-Projekts «Offene … was? Lobbyarbeit für die Offene Jugendarbeit».
Ein zentrales Projektergebnis ist ein neues Online-Toolkit für die Lobbyarbeit. Es bietet Fachpersonen im gesamten deutschsprachigen Raum konkrete Methoden, Argumentationshilfen und praxisnahe Werkzeuge, um die gesellschaftliche Bedeutung der Offenen Jugendarbeit sichtbar zu machen und ihre Anliegen gegenüber Politik und Öffentlichkeit wirksam zu vertreten. Damit sollen die Interessen junger Menschen langfristig mehr Gehör finden.
Am Dienstag wurden die Projektergebnisse vorgestellt und gemeinsam Massnahmen beschlossen, um das Toolkit an Ausbildungsstätten und in der Praxis bekannt zu machen. Am Mittwoch tauschten sich die Dachverbände über Erfahrungen, Strategien und erfolgreiche Ansätze ihrer Lobbyarbeit aus. Am Mittwochmorgen standen zudem die Gemeindevorsteher Daniel Hilti und Johannes Hasler für eine Diskussion zur Verfügung. Sie berichteten aus der Perspektive der Politik über ihre Erfahrungen mit Lobbyarbeit in Bezug auf Offene Jugendarbeit und ermöglichten den Teilnehmenden einen direkten Einblick in politische Entscheidungsprozesse. Auch eine Vertreterin der liechtensteinischen Nationalagentur AIBA (Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten) besuchte die Veranstaltung.
Neben der fachlichen Arbeit gab es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Am Montagabend führte Markus Büchel, Leiter der OJA Liechtenstein, die Gäste durch das Land. Ein Highlight war die spontane Führung durch das Landtagsgebäude mit der Landtagsabgeordneten Carmen Heeb-Kindle. Dabei erlebten die Teilnehmenden die kurzen Wege zwischen Politik und Gesellschaft hautnah. Für die Verpflegung sorgte unter anderem der ukrainische Verein SKS Integrationshilfe Liechtenstein.
Die drei Tage stärkten die internationale Vernetzung und legten den Grundstein dafür, dass die Projektergebnisse über den Abschluss hinaus Wirkung entfalten. Gleichzeitig präsentierten sich Liechtenstein und die OJA Liechtenstein als engagierte und gastfreundliche Gastgeber.
